Ich vernachlässige mein Blog etwas. Das liegt daran, dass es entweder zu alltäglich läuft, ich also nichts zu erzählen habe, oder ich den ganzen Tag unterwegs bin.
Im Moment habe ich Besuch aus Braunschweig. Es wird viel unternommen, aber trotzdem werde ich mich morgen und übermorgen erst mal wieder der Uni widmen.
1. Castlefield
Castlefield ist ein Stadtteil Manchesters, der sich vor allem durch seine alte Architektur und den Bridgewater Kanal auszeichnet. Der Kanal soll angeblich der Startpunkt der Industriellen Revolution gewesen sein. Tatsache ist, dass dort irgendwann einmal viele Baumwollfabriken standen und man sich ein bisschen Stadt- bzw. Arbeits- oder Technikgeschichte im Science Museum angucken kann, das zu den beliebtesten Museen in Manchester gehört. Außerdem befinden sich in Castlefield die Granada TV Studios, in denen u.a. Coronation Street produziert
wird.
2. Chinesische Party
Unser Freund Bo, den Kadde und ich in unserer ersten Woche hier kennengelernt haben, hatte am Samstag (nach chinesischem Datum) Geburtstag. Das durften wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Also ab zu seinem Studentenwohnheim, rein ins Vergnügen. Da unter den Gästen bis auf eine Ausnahme sonst nur Chinesen (okay, einer aus Malaysia) waren, kamen wir in den Genuss vieler chinesischer Spezialitäten und konnten auch einige Schimpfwörter lernen. Unter anderem durfte ich einen Rice Ball probieren. Sieht aus wie ein Kuhauge, hat die schleimige Konsistenz eines Kuhauges, aber schmeckt außen nach nichts und innen nach süßem Sesam.
Generell stelle ich fest: Chinesen feiern sehr viel anständiger und sozialer als Deutsche/Europäer. Gastfrendschaft, guter Stil, Respekt und Dankbarkeit sind enorm wichtig.
3.
Heute haben wir der Duschess und dem Duke of Devonshire einen Besuch abgestattet. Die wohnen im Chatworth House und haben einen megagroßen Garten. Alter Schwede, der arme Duke, wenn der von seiner Frau zur Gartenarbeit verdonnert wird, ist er bestimmt drei Jahre zugange.
Chatworth ist einer der bekanntesten Landsitze Englands, denn hier sind nicht nur die bekanntesten Schauplätze aus sämtlichen Pride and Prejudice Filmen zu finden - nein - hier hat auch der Meister himself, Capability Brown, Hand angelegt. Falls ihr den nicht kennt, schlagt es nach. Ich kann hier auch nicht immer alles erklären. Kleiner Tipp: Capability steht auf krass Sichtachsen und einzeln stehende Bäume. Alles soll frei und natürlich wirken. Mein "Der englische Landsitz"-Dozent Herr Prof. Dr. Andreas Köstler beschrieb diese Vorgehensweise immer als "Freiheit durch die Heckenschere". Interessant, die Dinge, bei denen man in der Uni fast eingeschlafen wäre, mal live zu erleben. Ist doch noch einiges hängen geblieben. Jedes Klischee, das in der Vorlesung angesprochen wurde, wurde hier bedient. Einschließlich frei herumlaufender Schafe, herumstehenden Statuen und dem obligatorischen Irrgarten.
der heißt aber nich in echt CAPABILITY mit vornamen oder? wer nennt denn sein kind capability??
AntwortenLöschenDer Mann hat übrigens auch den Park um das Braunschweiger Schloss Richmond entworfen.
AntwortenLöschenIch weiß.
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