Sonntag, 31. Oktober 2010

Benehmen / Let's go fucking mental

Ich dachte ja immer, die Engländer/Briten (ohoho, das darf man nicht in einen Topf werfen. Nur, weil jemand englisch ist, ist er nicht automatisch britisch) wären bekannt für ihr gutes Benehmen. Das ist definitiv ein Klischee. Eine Sache, die ich generell megaekelig finde, fällt mir hier besonders auf: Egal, an welchem Ort - ob Uni, Bus, Supermarkt oder auch, haha, in unserer Wohnung - es wird immer der Schleim hoch- bzw. runtergeholt. Gibt es da für überhaupt ein Verb? Alter, das ist so ekelig und vor allem laut! Wahrscheinlich wurde deshalb auch nie ein Wort erfunden. Warum ist den Leuten das nicht peinlich? Gerülpst wird natürlich auch nach Lust und Laune; das merke ich schon fast nicht mehr.

Gestern waren wir noch spontan ca. 25 Minuten lang auf einer Halloween-Party (Halloween ist ja eigentlich erst heute, deshalb hatten wir auch noch nicht unser cooles Make Up drauf). Die Party an sich war voll der Schrott, da die Stimmung offenbar am Ende war. Ein Mädchen, eventuell die Gastgeberin, versuchte erfolglos die Masse an Gästen zu animieren indem sie mit einem Kürbis durch die Gegend warf. Super coole Idee. "Heute will ich mal nen Kürbis durch die Gegend schmeißen!" Der Weg zu der "Party" war da um einiges amüsanter, denn ein paar (~ 12) Mädchen und Jungs haben sich geprügelt. Die eine, wahnsinn, total draufgeschlagen immer. Mit der Faust ausgeholt und rein. Sowas habe ich noch nie gesehen. Die spinnen, die Briten!

Samstag, 30. Oktober 2010

Halloween

Leude! So langsam reicht mir der Scheiß mit Halloween aber. Das nimmt hier echt Ausmaße an. Schlimm. Natürlich machen wir - sprich Kadde und ich - auch mit. Gehört halt dazu.
Gestern war ich schon mit Naz unterwegs, denn er brauchte auch ein Kostüm für eine Party. Heraus kam: Hexe. Die Idee habe ich jetzt auch übernommen, allerdings ist meine Nase so unglaublich hässlich. So kann ich doch nicht rausgehen. Peinlich hoch 10. Da hätte ich mir doch lieber das fertige Kostüm "Scarry Sexy Nurse" für 35 Pfund zulegen sollen.
Wenn ich genauer drüber nachdenke, habe ich eigentlich gar kein Kostüm. Nur ein paar Accessoires um die Kosten nicht zu sehr in die Höhe zu treiben: Glow in the Dark Creme, Glow in the Dark Nagellack, schwarzer Lippenstift (hätte ich nicht gekauft, war aber beim Nagellack mit drin), Haaspangen mit Spinnen dran und eine orange Strumpfhose. Und wie gesagt - die Nase. Soll reichen. Um es in den Worten meines Bruders auszudrücken: "Pahdie! Wir feiern die ganze Nacht!"



Dienstag, 26. Oktober 2010

Armer Merlin!

Heute ist Merlin durch die Spritze eines Arztes entschlafen. Merlin uns hatten uns vor ein paar Wochen in Ennos WG kennengelernt. Er war immer für ein Späßchen zu haben, bekam allerdings zu wenig UV-Licht und wurde dadurch sehr krank. Was mich mit ihm für immer verbinden wird, ist, dass ich wahrscheinlich das letzte Foto von ihm gemacht habe. See you later, Merlin.

Montag, 25. Oktober 2010

Unsere Dusche ist kaputt

Das kotzt total an! Eigentlich wollten die Kadde (Oldenburg), der Enno (Potsdam) der Christian (Österreich) und ich jetzt zu einem Chor gehen, aber toll, geht nicht. Wir müssen auf einen indischen Elektriker warten, der schon vor 1 1/2 Stunden da sein sollte. Keine Ahnung, ob er noch kommt, aber besser warten um die Gefahr, einen weiteren Tag ohne Dusche verbringen zu müssen zu minimieren. Das Ding ist seit Donnerstag kaputt! Und "kaputt" heißt nicht, dass das warme Wasser nicht kommt. "Kaputt" heißt, dass gar kein Wasser rauskommt. Sprich: Seit Freitag dusche ich mit einem Kochtopf und meinen rosa Waschlappen (Bambi und Bibi). Echt super. Kein Chor also.

Nach und nach werde ich hier Informationen über die letzte Woche nachschieben.
Heute: L I V E R P O O L

Circa 1 1/2 Stunden von Manchester entfernt, mit dem Zug gut zu erreichen (ich war aber mit dem Auto) und an der Küste. Hat zusammen mit Manchester die industrielle Revolution eingeleitet, da großer Hafen. Eine der ersten Zugstrecken des Waren-/Personentransports zwischen Manchester und Liverpool.
Der Fokus dieses Tages (letzter Donnerstag) lag allerdings eher auf den Beatles, denn die gibt es in Liverpool natürlich auch reichlich. Preisgekrönt ist das Museum "The Beatles Story", das an den Albert Docks liegt. Man kann dort viele persönliche Gegenstände und Nachbauten wichtiger Stationen der Beatles angucken - z.B. das Innere der Yellow Submarine, den Cavern Club oder Teile des Starclubs. Pretty cool! Der zweite Teil des Museum befindet sich ein paar hundert Meter weiter, auch am Wasser, ist aber eher peinlich. Alles dreht sich nur um John Lennon und begleitet wird das ganze durch seine Ex-Frau und seinen Sohn, die man auf Bildschirmen sieht, wie sie irgendwelche Anekdoten erzählen und dabei halb weinen.
Ansonsten gibt es in Liverpool viel Wasser, viele Museen und viele Geschäfte. Freue mich schon, wenn ich Claudi in zwei Wochen dort vom Flugzeug/Bus abholen kann.








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Gerade ist der Duschmann gekommen. Da hat er aber nochmal Glück gehabt.

Sonntag, 17. Oktober 2010

Freiheit durch die Heckenschere

Ich vernachlässige mein Blog etwas. Das liegt daran, dass es entweder zu alltäglich läuft, ich also nichts zu erzählen habe, oder ich den ganzen Tag unterwegs bin.
Im Moment habe ich Besuch aus Braunschweig. Es wird viel unternommen, aber trotzdem werde ich mich morgen und übermorgen erst mal wieder der Uni widmen.

1. Castlefield
Castlefield ist ein Stadtteil Manchesters, der sich vor allem durch seine alte Architektur und den Bridgewater Kanal auszeichnet. Der Kanal soll angeblich der Startpunkt der Industriellen Revolution gewesen sein. Tatsache ist, dass dort irgendwann einmal viele Baumwollfabriken standen und man sich ein bisschen Stadt- bzw. Arbeits- oder Technikgeschichte im Science Museum angucken kann, das zu den beliebtesten Museen in Manchester gehört. Außerdem befinden sich in Castlefield die Granada TV Studios, in denen u.a. Coronation Street produziert
wird.




2. Chinesische Party
Unser Freund Bo, den Kadde und ich in unserer ersten Woche hier kennengelernt haben, hatte am Samstag (nach chinesischem Datum) Geburtstag. Das durften wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Also ab zu seinem Studentenwohnheim, rein ins Vergnügen. Da unter den Gästen bis auf eine Ausnahme sonst nur Chinesen (okay, einer aus Malaysia) waren, kamen wir in den Genuss vieler chinesischer Spezialitäten und konnten auch einige Schimpfwörter lernen. Unter anderem durfte ich einen Rice Ball probieren. Sieht aus wie ein Kuhauge, hat die schleimige Konsistenz eines Kuhauges, aber schmeckt außen nach nichts und innen nach süßem Sesam.
Generell stelle ich fest: Chinesen feiern sehr viel anständiger und sozialer als Deutsche/Europäer. Gastfrendschaft, guter Stil, Respekt und Dankbarkeit sind enorm wichtig.




3.
Heute haben wir der Duschess und dem Duke of Devonshire einen Besuch abgestattet. Die wohnen im Chatworth House und haben einen megagroßen Garten. Alter Schwede, der arme Duke, wenn der von seiner Frau zur Gartenarbeit verdonnert wird, ist er bestimmt drei Jahre zugange.
Chatworth ist einer der bekanntesten Landsitze Englands, denn hier sind nicht nur die bekanntesten Schauplätze aus sämtlichen Pride and Prejudice Filmen zu finden - nein - hier hat auch der Meister himself, Capability Brown, Hand angelegt. Falls ihr den nicht kennt, schlagt es nach. Ich kann hier auch nicht immer alles erklären. Kleiner Tipp: Capability steht auf krass Sichtachsen und einzeln stehende Bäume. Alles soll frei und natürlich wirken. Mein "Der englische Landsitz"-Dozent Herr Prof. Dr. Andreas Köstler beschrieb diese Vorgehensweise immer als "Freiheit durch die Heckenschere". Interessant, die Dinge, bei denen man in der Uni fast eingeschlafen wäre, mal live zu erleben. Ist doch noch einiges hängen geblieben. Jedes Klischee, das in der Vorlesung angesprochen wurde, wurde hier bedient. Einschließlich frei herumlaufender Schafe, herumstehenden Statuen und dem obligatorischen Irrgarten.








Freitag, 15. Oktober 2010

Locas

Kleiner Tipp für alle in Potsdam und Berlin gebliebenen. Am Sonntag spielt die Band "Locas in Love" im Roten Salon. Wenn ich in Deutschland wäre, würde ich definitiv hingehen. Ihr könnt Unterwäsche oder Briefe auf die Bühne werfen oder dem netten Mann mit der geilen Frise über den Kopf streicheln. Da freut er sich.

Ich habe gestern mal mit meiner Literatur für den nächsten Term angefangen. "Clockwork" von Philipp Pullmann. Spielt in Deutschland.

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Kate Nash

Gestern hat mich Cara aus Braunschweig bzw. Skipton besucht. Leider war ich selbst nicht der Grund ihres Besuchs, sondern eine andere Dame namens Kate Nash. Ich verzeihe das, denn Kate Nash ist wirklich einen Besuch wert. Hingegen war der Club (Ritz), in dem das Konzert stattfand, dermaßen versifft, das war nicht mehr nice. Da ein großer Teil mit Teppich ausgelegt war, hat es auch ziemlich gestunken.
Dieses mal gab es sogar zwei Support Acts. Das hatten wir noch nie und beide waren sogar einigermaßen gut.

Band 1: Sister Love. Musik ganz gut. Wirkten nur leider dermaßen unbeteiligt, dass man irgendwann keine Lust mehr hatte, sie anzusehen.

Band 2: Brigitte Aphrodite. Ich würde sie als lebendes Kunstwerk beschreiben. Eine Mischung aus Brockenhexe und Lena Meyer-Landruth (dabei: Grandprix in Ddorf?! Warum das denn??). Geht mal auf ihre Seite, dann kann mans besser nachvollziehen.

Band 3: Kate Nash. Erwartungen definitiv übertroffen. Man hätte sich ein bisschen mehr Kommnukation mit dem Publikum wünschen können, aber vielleicht ist sie einfach nicht der Typ dafür. Super coole Bühne und schönes Licht. Hat mich ein bisschen an die Spawn Installtaion vom Braunschweiger Lichtparcours erinnert.





Dienstag, 12. Oktober 2010

Week 5

Das Wochenende ist vorbei und jetzt ist schon wieder Dienstag und morgen gehts mit Cara und Kadde zu Kate Nash. Samstagabend waren wir mit ein paar britischen boys in einem netten Indie-Club, wo ein Typ aus einer hier ziemlich bekannten TV-Serie aufgelegt hat: Jay aus "The Inbetweeners" . Ich muss ja ganz ehrlich sagen, dass die Musik bevor er auftauchte um einiges besser war. Er hat auch "Rock'n'Roll Star" von Oasis total versaut. Das Künstlerische Foto links hat mir Kadde netterweise gegeben.

Heute sind mir einige nicht so gute Sachen passiert. Unsere Life in Modern Britain Dozentin Fiona kam mit einer goldenen Tasse, wo der Papst drauf war, rein. Das machte mir gleich gute Laune. Aber dann, also das fand ich echt komisch, hat sie am Ende der Stunde Ausschnitte von der Last Night of the Proms gezeigt um zu demonstrieren, wie wichtig die Royal Albert Hall für die britische Identität sei, und hat dann aber auch ständig gesagt, wie peinlich sie das alles findet. Sie hat ausgerechnet auch noch einen Ausschnitt aus dem Jahr 2009 genommen - da war ich doch dort! Falls so etwas nochmal vorkommt, muss ich wohl mal ein ernstes Wörtchen mit ihre reden. So gehts ja nun nicht.
Heute Abend war ich dann wieder bei der Radio Society. War ziemlich enttäuschend. Das nette Mädchen, das ich beim letzten Mal kennengelernt hatte, war gar nicht da und beim folgenden "Wir gehen jetzt runter und trinken was" war ich relativ einsam, da alle schon eine recht feste geschlossene Gruppe sind. Mal sehen, ob ich mich integrieren kann. Wenn nicht, geh ich nicht mehr hin.
Immerhin habe ich heute aber auch meine ERASMUS zum Language Ambassador abgeschickt. Die Kinderchen in den Schulen können sich schon mal freuen.

Aber Leute - was ist denn in Deutschland los? Eine mediale Aufregung jagt die nächste.
  • Ich war ja sehr erbost darüber, dass Bernd und Dirk bei Stefan Raabs BuViSoCo für die Niedersachsen nur den letzten belegt haben. Bernd ist der beste! Falls jemand am 13.12. in Kiel ist, sollte er den Blauen Engel aufsuchen. Da gibt Bernd nämlich eins seiner sagenumwobenen Konzerte in privater Atmosphäre.
  • Bibi Blocksberg hat ein neues Lied. Was soll das? Schon bei den Drei Fragezeichen nervt das und bei Wendy erst recht. Und jetzt das. Was kommt als nächstes? Neues Bibi und Tina Lied? Tim steigt bei TKKG aus? Nicht mit mir!
  • Leider konnte ich den Deutschen Fernsehpreis nicht verfolgen. Kein Livestream und bis jetzt nichts in der Mediathek. Die "Siegerliste" habe ich mir aber sofort angesehen und sie zeigt: Ich habe Geschmack. Meine vier Highlights des letzten Fernsehjahres waren dabei: "Klimawechsel", "Dutschke", "USfO" und ein Tatort mit Andrea Sawatzky. Was mich etwas wundert, ist, dass Sturm der Liebe (in Fankreisen "Sturm" genannt) auch etwas bekommen hat. Aber alles besser als GZSZ.

Samstag, 9. Oktober 2010

Platt Fields Park

Bei uns um die Ecke ist ein hundert Jahre (1) alter Park. Bis gestern hatten uns allerdings Lust und Zeit gefehlt, hineinzugehen, was sich als Fehler herausstellte. Der Platt Fields Park beinhaltet nämlich so einige Attraktionen. Es gibt Tennis- und Spielplätze und BMX-Felder. In der Mitte ist ein großer See mit typisch englischer Insel in der Mitte (4) für die vielen Wasservögelchen (3). Außerdem gibt es einen Bereich für die englischen Rosen und einen Shakespearian Garden (2), in dem nur Gewächse gepflanzt werden, die in irgendeiner Form in Shakespears Schriften vorkommen (okay, musste ich gerade bei Wikipedia nachgucken). Das coolste aber ist, dass sich im Anschluss an den Park das offizielle Trainingsgelände von Manchester City (5) befindet. Leider waren wir schon etwas spät dran, sodass wir Jerome Boateng nicht begutachten konnten. Wird aber noch passieren. Demnächst.
Abends/nachts waren wir auf einer total überfüllten ERASMUS-Hausparty und haben dort durch Zufall unsere Nachbarin kennengelernt. Sie kommt aus Bulgarien, studiert aber Deutsch und hat uns gleich zu einem Filmabend ("Der Untergang") eingeladen.

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Freitag, 8. Oktober 2010

Clicks & Cleaning

Woohoo! Weit mehr als 2000 Klicks hier, obwohl die Kommenteirfreude etwas zu wünschen übrig lässt.

Gester war ich das erste Mal bei der Film Society. Ratet mal, was man da macht. - Filme gucken! Gestern gab es einen russischen, dessen Namen ich leider vergessen habe. Er war auch in Originalversion, aber mit Untertitel. Danach gings in einen Pub (ich glaube, das ist der eigentliche Sinn der Societies), der 2009 zum besten Pub Manchesters gewählt wurde. Leider war es schwer festzustellen, warum, weil es so voll war un den Namen hab ich auch vergessen.

Meine Aufgabe für heute:
Meinem Mitbewohner auf nette Art und Weise ein paar Haushaltsregeln beibringen. Zum Beispiel, dass das Geschirr nicht schimmeln sollte und dass nicht nur die Frauen fürs Putzen verantwortlich sind.
Wörter, die heute sehr nützlich sein können:
Schimmel - mould
antrocknen - ?
Lappen - cloth
Topfdeckel - cooking top
Klobrille - loo seat

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Hagelpopagel

Bonsoir mesdames et messieurs! Je m'apelle Baguette. Ca va? Ca va bien! Bonne nuit.
Bin ja ziemlich talentiert, was die französische Sprache betrifft. Muss ich jetzt einfach mal gleich am Anfang sagen.

Der heutige Tag begann - nennen wir es ruhig beim Namen - mit einer Naturkatastrophe. Ein gewaltiger Hagelsturm fegte über das Land. Unsere Straße stand quasi komplette unter Wasser. Das wars dann aber auch. Keine Kälte, kein Regen, sondern gutes Wetter. Das ist hier so krass unberechenbar. Meine "Life in modern Britain"-Dozentin hat gesagt, man sollte immer eine Sonnenbrille und einen Regenschirm einpacken und auch (total crazy!), dass das Wetter eine Art Familienmitglied eines jeden Briten ist. Also: Niemals über das Wetter beschweren oder sagen, dass es irgendwo auf der Welt besser sein könnte.

Aquatics Centre

Ich komme quasi direkt aus dem Wasser -ich war schwimmen im Aquatics Centre. Es ist sehr große. Normalerweise sind die Bahnen 50m lang, aber für normale Zwecke teilen sie es einfach mit einer Art Balken in der Mitte. Sogar die Höhe des Bodens lässt sich verstellen. Generell scheinen die Schwimmbäder hier in England, wenn ich das mal so generalisieren darf, ein wenig anders zu sein als in Deutschland. Hier geht es nicht so sehr um fun und action, sondern einfach nur ums Schwimmen selbst. Was ich gut finde, ist, dass nicht erwartet wird, dass man in Sammelumkleiden geht oder sich beim Duschen nackig auszieht. Die Duschen sind nämlich quasi ins Schwimmbad - also in den Teil des Gebäudes, wo auch die Becken sind, integriert. Richtig gut. Meine Schwimmtechnik muss ich noch verbessern. Dafür muss ich mir aber erst mal eine Schwimmbrille besorgen.

Hier ein kleiner Link, der einen das Aquatics Centre in 360° zeigt:
Klick

Montag, 4. Oktober 2010

Teaching

Ich bin jetzt Lehrerin! Geht gar nicht, ey! Heute hatte zusammen mit meinem österreichischen Kollegen die erste Stunde mit vier englischen Deutschstudenten. Ich hoffe, ich kann dabei die Beziehung zwischen Deutschland und Österreich nachhaltig verbessern. Habe den Eindruck, dass da einiges im Argen liegt. Die Studenten sind ganz motiviert, glaube ich - zum Glück auch schon in ihrem final year. Zum Ende hin war das Thema dann: Deutschland/Österreich (darf man nicht vergessen! Immer beides zusammen sagen, sonst keine gute Völkerverständigung.) im Vergleich mit England, weil die Stundenten alle schon mal mehr oder weniger lange in Deutschland und/oder Österreich waren.
Was kam dabei heraus? Sehr interessant!
  • deutsche Männer haben wenig Haare ("horse shoe")
  • britische Nachtklubs sind besser
  • deutsches Essen ist gesünder
  • Deutsche sind respektvoller gegenüber den Menschen in ihrer Umgebung (hä?!)
  • Leipzig ist cooler als Wien, Leute sind lockerer drauf
  • Deutsche schreien in Bussen nicht rum
  • Deutsche in höheren Positionen (z.B. Ärzte und Rechtsanwälte) benehmen sich arrogant und wollen nichts mit Leuten mit "normalen" Berufen zu tun haben
  • Heidelberg ist schöner als Manchester, aber kleiner

Auch toll übrigens, dass die hier ein Jahr länger Zeit haben für einen Bachelor. Ich dachte, das System wäre gerade so super, weil es in ganz Europa mehr oder weniger einheitlich ist. Jaja. Alles klar. Was erzählen die uns immer?

Ich habe gerade eine E-Mail vom Goethe Insitut bekommen. Die wollen mich jetzt haben. Yeah. Vielen Dank an Kirsten Boie! Hinterher mache ich den Test von gestern nochmal. Dann kommt bestimmt "Sie schreiben wie Goethe raus". Wobei ich ja kein Fan von dem bin. Aber das darf man ja eigentlich nicht öffentlich sagen.


Am gleichen Tag später (geklaut von Klaus Mann):
Jetzt bin ich auch noch Mitglied der MMU Radio Society. Nur britische Leute. Sehr gut! Heute schon ein nettes girl kennengelernt.
Und peinlich aber wahr, ich habe allen Ernstes "East Sea" für Ostsee gesagt. Peinlicher geht fast nicht mehr.

Sonntag, 3. Oktober 2010

In eigener Sache

Daniel hat in sein Kotzendes Einhorn etwas ziemlich cooles gepostet. Und zwar eine Art Generator von der FAZ, der herausfindet, was für einen Schreibstil man entspricht. Ich habe ein paar Textproben eingegeben und obwohl ich permanent versuche den lässigen Stil von Alexa Hennig von Lange zu kopieren (Leute, das zündet voll rein!), bin ich den Klassikern wohl doch näher. Ich habe es mit mehreren Textauszügen von mir ausprobiert und in ca. 90% der Fälle kam das hier:



Passender Weise in Hausarbeiten, die ja bekanntlich kein Spaß sind, eher so:

Sigmund Freud



Mark Ronson

Nachmittäglicher Ausflug in die Innenstadt zum Food and Drink Festival. Natürlich war auch Deutschland vertreten. Blaskapelle, reichlich Bier (als ob es davon in England nicht schon genug geben würde) und Bratwürste in HotDog-Brötchen. Wo war denn das Sauerkraut? Zum Glück gab es auch noch das Chocolate Festival gleich nebenan. Das war super! Man konnte alles probieren. Schokolutscher, Kuchen, Crepes, Eis und Cupcakes. Alles handgemacht.


Zudem hatten wir absolutes Glück heute. Auf dem Weg durch die Innenstadt sind wir nochmal durchs Northern Quarter gelaufen, weil Kadde unbedingt eine neue Tasche brauchte. Dabei kamen wir bei Picadilly Records vorbei. Einem Plattenladen, von dem ich schon vor meiner "Reise" viele gelesen habe. Wie man sich denken kann gibts da CDs und Vinyl. Vorne lag die neuste Scheibe von Mark Ronson (der Typ, der "Valerie" mit Amy Winehouse neu aufgenommen hat) mit einem Zettelchen "Wer die CD kauft, kriegt ne Konzertkarte für heute Abend gratis dazu". Wir haben uns also ohne den Typ wirklich zu kennen, die CD für 7,99 gekauft und kommen gerade vom Konzert. Eigentlich hätte ein Ticket 20 gekostet. Also wieder einmal eine Menge gespart und ein super cooles Konzert erlebt. Tolle Musiker, abwechslungsreich und am Ende mit "Valerie" ein super Highlight, denn auf einmal standen noch der Sänger von The View und der Sänger von The Zutons, der das Lied eigentlich geschrieben und gesungen hat, auf der Bühne. Etwas peinlich war nur, dass wir die erste Viertelstunde dafür gebraucht haben, herauszufinden, wer auf der Bühne überhaupt Mark Ronson ist, weil er sich die Haare weiß gefärbt hat.





Freitag, 1. Oktober 2010

ERASMUS-Party

Gestern war Party Time angesagt. Wir waren in einer Art Pub. Da sollte laut einer Person, die dann auch gar nicht anwesend war, die ERASMUS-Party steigen. Yeah! Letztendlich saßen alle größtenteils nach Nationalitäten sortiert an Tischen. Zum Glück fanden wir dann aber noch einen geheimen Keller mit einem noch geheimeren DJ und einer gut funktionierenden Nebelmaschine, wo SO RICHTIG abgehottet werden konnte. "ERASMUS 2010!!!! Wuhuuuuuuuuuuu!" Zu meiner Überraschung stellte sich heraus, dass Enno den Homo Dance von Alexander Marcus perfekt beherrscht. Das soll ihm erst mal einer nachmachen. Da können sich die Briten echt mal ne Scheibe abschneiden. Irgendwann war es uns dann aber doch zu dumm alleine im Keller zu tanzen. Der arme DJ! Aber hatte er auch selbst Schuld. Auf meine Frage, wo denn Oasis bliebe, antwortete er nur "Das ist nicht die Nacht dafür." Hallo? Gehts noch? Drei Leute tanzen, drei Leute wollen Oasis haben, ein DJ. Wer ist in der Überzahl? Nach einigen erfolglosen Versuchen "Viva Colonia", "Zehn nackte Friseusen" und "Hände zum Himmel" anzustimmen (kannten die wohl nicht), sind wir dann einfach nach Haus gegangen.

Heute war ich mit meinem personal guide Naz im Manchester Museum. Wir wollten uns die ausgestopften Tiere angucken, aber die werden gerade (bis April 2011) in Schuss gebracht. Schade. T-Rex war aber zu Haus und einige heimische und nicht-heimische Vögel (auch tot), sehr viele Frösche (lebendig) und Echsen (auch lebendig). Ägypten gibts da auch. Pretty nice!
Hier noch ein kleines Foto, das ist im Deaf Institue (wird von The Jakpot im Indie Travel Guide als einer der coolsten Orte in Manchester empfohlen) aufgenommen habe. Tagsüber kann man da ganz normal essen und trinken, abends ist es dann ein Club.